Kromi

„​Geradeaus kann man nicht sehr weit kommen.“

Antoine de Saint-Exupéry

Der Kromfohrländer, auch kurz Kromi genannt, ist eine relativ junge Rasse. Sie entstand kurz nach dem zweiten Weltkrieg im Siegerländer Raum durch die Verpaarung eines Griffon Mischlingshundes mit einer Foxterrier Hündin, so zumindest die Überlieferung. Der Wurf dieser beiden Hunde war sehr homogen und so entschied sich Ilse Schleifenbaum zur Zucht dieser neuen Rasse. Seinen Namen verdankt die Rasse dem Gemeindeteil Krom Fohr (Krumme Furche), in der der Griffon Rüde “Peter” von Ilse Schleifenbaum aufgefunden wurde.

Im Jahre 1946 wurde gezielt mit der Zucht begonnen. Der Kromfohrländer wurde im Jahre 1955 sowohl vom VDH (Verband für das Deutsche Hundewesen) als auch vom FCI (Fédération Cynologique Internationale) als eigenständige Hunderasse anerkannt, obwohl die Rasse aus keiner breiten Zuchtbasis entstand. Die Rasse erfreut sich wachsender Beliebtheit, denn sie vereint viele gute Eigenschaften.

Sein Erscheinungsbild

​Kromfohrländer haben eine mittlere Größe von ca. 38 – 46 cm Schulterhöhe, bei ca. 9 - 16 kg Gewicht (Rüden: ca. 10 - 16kg; Hündinnen: ca. 9 - 14kg). Leicht genug, um den Hund auch mal tragen zu können, groß genug, um im Erscheinungsbild schon ein „richtiger“ Hund zu sein. Den Kromfohrländer gibt es in zwei Varianten: als Glatthaar oder Rauhaar in unterschiedlichen Felllängen.

(Quelle: VDH Website, Rassebeschreibungen, Kromfohrländer Stand 27.08.2020)

Darcy hat langes, sehr weiches und seidiges Haar mit nur wenig Unterwolle. Aura hat kurzes Haar, was sich aber trotzdem sehr weich anfühlt. Die fehlende Unterwolle führt dazu, dass sie leicht frieren. Insbesondere Aura hat ab Herbst deshalb manchmal ein Mäntelchen an.

Regelmäßiges Bürsten ist nicht notwendig, sämtlicher Schmutz fällt nach kurzer Zeit einfach wieder aus ihrem Fell heraus. Selbst mit nassem Fell riechen sie im Gegensatz zu anderen Hunderassen kaum und sind auch Ruckzuck wieder trocken.

Kleiner Hund - wenig Haare auf dem Sofa?

 

Nein, dem ist leider nicht so. Egal ob kurzes oder längeres Fell die Kromis wechseln zweimal jährlich ihr Haar,

unsere Hunde reagieren auch auf Stress mit Haarverlust. Aura verliert sogar deutlich mehr Haare als Darcy. Fusselrolle und Staubsauger sind unsere besten Freunde 😉. 

Sein Wesen und Charakter

Wir sind durch Recherchen im Internet auf die Rasse der Kromfohrländer gestoßen. Es finden sich etliche Rassebeschreibungen, die wie das Wort schon sagt nur eine „Beschreibung“ sind. Sie beinhalteten die grundlegenden Äußerlichkeiten und Eigenschaften der Kromfohrländer.

Jeder Hund entwickelt sich von Geburt an, beeinflusst durch äußere Eindrücke in der Welpenzeit und späterer Lebenssituation, unterschiedlich. Es liegt also in den Händen der Hundebesitzer, die von Natur gegebenen Wesenszüge der Kromis von Anfang an in die richtigen Bahnen zu lenken.

Kromis sind sehr intelligent und lernwillig. Dies führt allerdings auch dazu, dass sie gerne eigene Entscheidungen treffen, Grenzen austesten und jede Inkonsequenz sofort ausnutzen. Sie sind aber auch sehr sensibel. Die Schwierigkeit ist hier, in der Erziehung das richtige Maß Liebe gepaart mit Konsequenz zu finden.

Darcy und Aura sind sehr wachsam, aber nicht übermäßig bellfreudig und teilweise auch territorial. Sie beschützen Haus und Hof und auch ihr Rudel. Dann erwacht oft der Terrier in ihnen. Von Null auf Hundert in 2 Sekunden, diese Rennen haben wir schon oft verloren, aber wir geben es nicht auf daran zu arbeiten. Es ist an uns, dieses zu Händeln und ihnen das Gefühl zu geben, dass wir für sie sorgen und nicht sie für uns.

Kromfohrländer sind Familienhunde und kinderlieb?

Darcy und Aura lieben unsere mittlerweile 11- jährige Tochter abgöttisch, als Rudelmitglied wird sie voll akzeptiert. Trotzdem ist sie noch ein Kind und das wird von den Hunden natürlich auch so wahrgenommen. Wir haben also immer ein wachsames Auge auf die Beziehung zwischen ihnen. Ansonsten machen sie um andere Kinder lieber einen großen Bogen und nutzen bei Besuch gerne Ihre Rückzugsmöglichkeiten in unserer Wohnung aus.

Unsere Hunde sind sehr zurückhaltend gegenüber Fremden. Als ehemalige Retrieverbesitzer mussten wir uns daran erst gewöhnen und unsere Verhaltensweisen ihrer Sensibilität anpassen.

Würde man unsere Katzen und Hühner fragen, wie es um den Jagdttrieb von Aura und Darcy bestellt ist, wird die Antwort wohl eher nicht in gängige Rassebeschreibungen passen. Unsere Tiere lassen sich aber mittlerweile nicht mehr besonders davon beeindrucken, wenn sie plötzlich völlig unvermittelt angebellt werden. Sitzenbleiben hilft, dann ist den Hunden das Ganze doch zu gefährlich und sie ziehen sich zurück.

Vögel, Mäuse und auch Eichhörnchen jagen sie schon mal gerne, allerdings lassen sie sich auch sehr gut davon abbringen, wenn wir sie schon im Ansatz stoppen, oder sie zurückrufen.

 

 

Kromis sind Einmannhunde?

Bei uns ist es anders, Darcy ist eindeutig ein Zweimannhund. Sowohl Frauchen als auch Herrchen werden von ihr heiß und innig geliebt. Teilweise ist das aber auch problematisch, weil sie immer ein bisschen hin und her gerissen ist, wenn sie sich entscheiden muss, zu wem sie als erstes geht. Aura tendiert im Moment ein bisschen mehr zu Frauchen, aber mehr auch nicht.

Kromis sind schlechte Esser?

Anfänglich haben wir das bei Darcy auch festgestellt. Während unsere Goldies immer regelrechte Staubsauger waren, hat unsere Madame ihr Fressen manchmal einfach nicht angerührt. Was folgte, waren zahlreiche Futterwechsel, die aber auch nur kurzfristig zu Erfolg geführt haben. Seit fast 1,5 Jahren bekommt sie nun ihr Futter ausschließlich über den Futterbeutel, morgens Trocken- und abends Nassfutter. Dadurch, dass sie sich das Futter mit Hilfe verschiedener Übungen erbeutet, frisst sie ausnahmslos alles auf, was sich in dem Beutel befindet. Nassfutter im Beutel ist schon manchmal etwas gewöhnungsbedürftig, aber Darcy folgt unserer „Lachs-Ente-Hase-Spur“ nur allzu gerne 😉. Aura liebt das Futterbeuteltraining ebenfalls, aber im Gegensatz zu Darcy frisst sie eigentlich alles und davon jede Menge. Auf ihren Rippen findet sich das allerdings bisher noch nicht wieder 😊.

Kromis können und sollten nicht alleine sein?

Ja das stimmt. Darcy kann zwar auch entspannt mal allein zu Hause bleiben, aber auf keinen Fall über einen längeren Zeitraum. Mit Aura zusammen ist es jetzt einfacher geworden, aber trotzdem versuchen wir 3-4 Stunden nicht zu überschreiten. Dann verfallen wir nämlich langsam in Stress 😉.

In der Wohnung sind unsere Hunde sehr anpassungsfähig, ruhig und geduldig. Wir nehmen sie, wenn möglich überall mit hin, Restaurantbesuche und Urlaube sind überhaupt kein Problem. Allerdings lieben sie Orte, an denen es etwas ruhiger zugeht, sie sind eben echte Landeier.

Tägliche Spaziergänge am liebsten ohne Leine, gepaart mit Spielchen und ein bisschen Unterordnung, bereichern unseren Alltag. Die Hunde entfernen sich dabei nicht weit von uns, ihre Hundefreunde begrüßen sie immer stürmisch und sind immer für ein kleines Rennen zu haben. Wasser mag Darcy eigentlich nur bis zum Bauch, es sei denn sie versucht ihre Lieblingsmenschen aus der Nordsee zu „retten“. Aura ist noch in der Findungsphase, bisher reicht ihr ein Wasserstand bis zum Knie völlig aus.

 

Der Kromfohrländer ist mit einer konsequenten und liebevollen Erziehung ein ganz wundervoller Familien- und Begleithund. Die Erziehung braucht viel Zeit und Geduld, aber der Kromi bedankt sich mit

lebenslanger, inniger Freundschaft.